Klimaanpassungs-programm/Grundlagen, Ziele und Maßnahmen

Grundlagen, Ziele und Maßnahmen

Das Programm ist in drei Teile untergliedert:
Teil I analysiert den Klimawandel differenziert für verschiedene sächsische Regionen und ausgewählte Klimakenngrößen. Hier werden Prognosen zu Temperatur, Niederschlag, Luftqualität sowie Klimaextremen getroffen. Unter anderem daraus ergeben sich Veränderungen in Demographie, Wirtschaft und zum Raumnutzungswandel in der Modellregion Dresden.

In Teil II werden Klimaanpassungsmaßnahmen für die Region formuliert, die auch überregional übertragbar sind. Der Handlungsbedarf wurde in fünf strategische Themenbereiche der Klimaanpassung gegliedert:

Konkrete Umsetzungsbeispiele finden sich im Praxisteil III – den Maßnahmeblättern. Sie gehen vertiefend auf einzelne Maßnahmen ein und benennen, wo mögliche, bereits umgesetzte oder in Umsetzung befindliche Klimaanpassung stattfindet.


1. Gebäude, städtebauliche Strukturen und Grün- und Freiflächen

(Quelle: IÖR, A. Altenburg)

Die Anpassung von Siedlungsbereichen an die Folgen des Klimawandels ist ein zentrales Thema für die Erhaltung der künftigen Lebensqualität. Ziele und Maßnahmen in diesem Thema decken ein breites Spektrum ab: vom Schutz einzelner Gebäude bis hin zur Umgestaltung ganzer Stadtstrukturen.  Jede Stadt oder Gemeinde muss aufgrund der unterschiedlichen demografischen Entwicklung eine eigene Strategie zur Siedlungsentwicklung und Klimaanpassung finden. Ansatzpunkte ergeben sich z. B. bei der regionalen und städtischen Grün- und Freiraumgestaltung sowie bei der Suche nach standortbezogenen „optimalen Dichten“.

Maßnahmenblätter für

Bauherren bzw. Gebäudeeigentümer, am Bau Beteiligte

Maßnahmenblatt 1.5.1a Bau- und haustechnische Anpassungsoptionen zum Umgang mit Sommerhitze für Neubauten und Bestandsgebäude

Maßnahmenblatt 1.5.1b Bau- und haustechnische Anpassungsoptionen zum Umgang mit Überflutung für Neubauten und Bestandsgebäude

Maßnahmenblatt 1.5.1c Bau- und haustechnische Anpassungsoptionen zum Umgang mit Starkregen für Neubauten und Bestandsgebäude

Maßnahmenblatt 1.5.1d Bau- und haustechnische Anpassungsoptionen zum Umgang mit Hagel für Neubauten und Bestandsgebäude

Flächeneigentümer

Maßnahmenblatt 1.1.3 Umsetzung freiraumplanerischer Maßnahmen auf Entsiegelungsflächen

Maßnahmenblatt 1.1.5 Regenwasserbewirtschaftung und Freiraumgestaltung

Verantwortliche/ Gremien für Richtlinien, Normen und technische Regelwerke

Maßnahmenblatt 1.5.7 Anpassung von Normen und Bauvorschriften

Kommunale Verwaltungen, Umweltämter, Planungsämter, Regionale Planungsstellen

Maßnahmenblatt 1.1.1a Klimafunktionskarte

Maßnahmenblatt 1.1.1b Bestimmung klimasensitiver Siedlungsbereiche

Maßnahmenblatt 1.1.2 Analyse und Bewertung mikroklimatischer Auswirkungen kleinräumiger städtebaulicher und freiraumplanerischer Maßnahmen

Maßnahmenblatt 1.1.4 Multifunktionale Grünflächen

Maßnahmenblatt 1.1.9 Klimaanpassung im Rahmen der Stadterneuerung

Maßnahmenblatt 1.2.1 Ermittlung des temperaturwirksamen Grünvolumens in Siedlungsbereichen

Maßnahmenblatt 1.2.2 Kaltluft- und Frischluftversorgung

Maßnahmenblatt 1.2.5 Entwicklung klimawirksamer Freiraumsysteme

Maßnahmenblatt 1.2.6 Private Unterstützung für Stadtgrün

Maßnahmenblatt 1.3.1 Aufnahme klimatologischer Potenziale in Brachflächenkataster

Maßnahmenblatt 1.4.1a Klimawandelangepasste Pflanzenwahl in Grünflächen

Maßnahmenblatt 1.4.1b Klimawandelangepasste Wegebeläge

Maßnahmenblatt 1.4.3 Mikroklimatische Optimierung der Freiraumgestaltung

Maßnahmenblatt 1.4.4 Anpassung des Straßenbaumbestandes

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2. Wasserhaushalt und Wasserwirtschaft

(Quelle: LTV + Co. P. Schubert)

Wasser ist Lebens- und Wirtschaftsgrundlage. Daraus ergeben sich enge Verknüpfungen mit den Maßnahmen in den Themenfeldern Städtebau und Landwirtschaft. In der Modellregion Dresden wird es verstärkt zu Extremereignissen wie Hochwasser und Trockenperioden kommen. Daher zielen die Maßnahmen in diesem Thema im Bereich Wasserversorgung darauf ab, in Zukunft auch in Trockenperioden die Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser und ausreichend Nutzwasser versorgen zu können. Bei der Wasserentsorgung stehen dagegen die Abflussmöglichkeiten und Kanalentlastungen bei Starkniederschlägen im Vordergrund. Maßnahmen zum Hochwasserschutz sind weniger eingeflossen, da vom Landeshochwasserzentrum und anderen Ministerien bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen wurden.

Maßnahmenblätter für

Freistaat Sachsen, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Wasserbehörden

Maßnahmenblatt 2.3.1a Erarbeiten einer Verwaltungsanleitung zur Erteilung von wasserrechtlichen Gestattungen unter Berücksichtigung der tatsächlichen und projizierten klimabedingten Veränderungen an Gewässern

Maßnahmenblatt 2.3.1b Abbau privilegierter Rechte zur ungeregelten Nutzung von Oberflächenwasser insbesondere in Trockenperioden

Maßnahmenblatt 2.5.1a Förderung integrierter kommunaler Konzepte der Gewässerentwicklung an Gewässern 2. Ordnung unter Berücksichtigung der Anforderungen des Klimawandels

Maßnahmenblatt 2.5.1b Ausbau der Beratungsleistungen für Kommunen zu Gewässerunterhaltung,-pflege und-entwicklung

Maßnahmenblatt 2.9.1 Dargebots- bzw. grundwasserstandsabhängige Steuerung von Grundwasserentnahmemengen

Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (LfULG), Forschungseinrichtungen

Maßnahmenblatt 2.4.1 Gezieltes Monitoring und Ausweitung der Fördermöglichkeiten zur Bekämpfung von invasiven Neobiota im Zuge des Klimawandels

Maßnahmenblatt 2.7.1 Analyse der Auswirkungen klimatisch bedingter Änderungen der Abflussverhältnisse auf die Verlagerung von Schadstoffen in Fest- und Schwebstoffen 

Träger der Unterhaltungslast (Kommunen, Freistaat in Vertretung der LTV)

Maßnahmenblatt 2.5.2 Anlegen natürlicher Sedimentationsbarrieren zur Verminderung der Kolmation der Gewässersohle bei zunehmenden Starkregenereignissen

Maßnahmenblatt 2.6.2a Herstellen einer ausreichenden Beschattung durch standortgerechte Gehölze zur Temperaturstabilisierung

Maßnahmenblatt 2.6.2b Ausbinden von Fließgewässern aus bestehenden Stillgewässern zur Verminderung von deren Erwärmung

Maßnahmenblatt 2.12.5a Technische Einrichtungen zur Rohwasserentnahme,Unterwasserabgabe und Hochwasserentlastung in verschiedenen Entnahmehorizonten von Talsperren

Maßnahmenblatt 2.12.5b Ableiten von Schadstoffen über den Grundablass nach Starkregenereignissen, lang anhaltenden Niederschlägen und zur vorbeugenden Schadstoffentlastung

Land- und Forstwirtschaft

Maßnahmenblatt 2.7.3 Einsatz erosionsmindernder Verfahren zur Bodenbewirtschaftung im Einzugsgebiet von Talsperren und Oberflächenwasserkörpern mit hoher stofflicher Belastung aus diffusen Quellen


Entwässerungsunternehmen, Stadtplanungsämter, Straßen- und Tiefbauämter

Maßnahmenblatt 2.16.1 Ermittlung der derzeitigen und zukünftigen Gefährdung durch Überstau- und / oder Überflutungsereignisse aus dem Kanalsystem und beispielhafte Entwicklung einer Anpassungsmaßnahme

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3. Land- und Forstwirtschaft

(Quelle: IÖR)

Land- und Forstwirte sind unmittelbar von Klimaveränderungen betroffen. Auch unter veränderten klimatischen Rahmenbedingungen müssen nachhaltig wirtschaftliche und gemeinwohlorientierte Leistungen erbracht werden. Die Ergebnisse dieses strategischen Themas sollen zum Erhalt bzw. zur Entwicklung der regionalen Land- und Forstwirtschaft beitragen. Im Vordergrund der Maßnahmen stehen daher sowohl die Vermeidung zunehmender Ertrags- und Umweltrisiken  als auch die Chancen der Ertragssteigerung durch ein verändertes Klima.

Maßnahmenblätter für

Sächsisches Landesamt für Umwelt und Landwirtschaft und die TU  Dresden, Geologie/Meteorologie

Maßnahmenblatt 3.9.3 Modellgestützte Klimafolgenszenarien für die Risikoanalyse

Landwirte und Behörden (SMUL, LfULG)

Maßnahmenblatt 3.1.3 Anwendung moderner Applikationsverfahren wie Injektionsdüngung und Einsatz stabilisierter Dünger zur Erhöhung der Nährstoffeffizienz unter trockenen Bedingungen

Maßnahmenblatt 3.3.1 Strip-till Verfahren zu verschiedenen Reihenkulturen

Maßnahmenblatt 3.3.2 Minimierung der Zeitspanne ohne Bodenbedeckung

Maßnahmenblatt 3.5.5 Anwendung witterungsbasierter Entscheidungshilfen im Pflanzenschutz

Obstbauern und Behörden (SMUL, LfULG)

Maßnahmenblatt 3.7.1 Schutz von Süßkirschenanlagen durch Überdachung gegen Starkregenereignisse

Maßnahmenblatt 3.7.2 Schutz wertvoller Apfelanlagen mit Hagelnetzen gegen Hagelereignisse

Maßnahmenblatt 3.7.3 Bewässerung von Apfelanlagen

Staatsbetrieb Sachsenforst und private Waldbesitzer

Maßnahmenblatt 3.10.1 Ableitung und Anwendung von standortgerechten Zielzuständen der Waldentwicklung

Maßnahmenblatt 3.11.2 Abschätzung und räumliche Darstellung der aktuellen und potenziellen Prädisposition von Waldökosystemtypen gegenüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren

Maßnahmenblatt 3.12.1 Intensität und Verfahren des Waldumbaus an ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen ausrichten

Institut für Bodenkunde und Standortslehre (TUD), Land- und Forstwirte, Regionalplaner, Vertreter der unteren Naturschutzbehörde

Maßnahmenblatt 3.16.1 Prüfung alternativer Landnutzungsszenarien zur (räumlichen) Priorisierung von Landnutzungs und Landbewirtschaftungsänderungen

Maßnahmenblatt 3.16.3 Beratung in Fragen der Landnutzung/Landbewirtschaftung sowie Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit bezogen auf Maßnahmen zur Verringerung des Wassererosionsrisikos

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4. Gewerbliche Wirtschaft

(Quelle: BMU, Christoph Busse)

Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf die Unternehmen der Region. Durch zunehmende extreme Niederschläge und veränderte Temperaturen ergeben sich, je nach Branche, Risiken oder Chancen. Im Vordergrund der Maßnahmen steht das Leitbild einer klimawandelgerechten Wirtschaftsentwicklung. Es wurden verschiedene Klimaanpassungs- und Innovationsstrategien für die regionale Wirtschaft entwickelt, wobei kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Mittelpunkt der Betrachtung standen. Für Unternehmen wurden konkrete Optionen und Tools erarbeitet, wie z.B. technologische Optionen für Produktionsprozesse (u.a. für Energie- und Kühlprozesse).

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5. Naturschutz und Biologische Vielfalt

(Quelle: IÖR, A. Hilbrich)

Im Vordergrund steht die Entwicklung von Empfehlungen für einen an den Klimawandel angepassten sowie anpassungsfähigen Naturschutz.
Das beinhaltet insbesondere die Unterstützung der Anpassung betroffener Arten sowie die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit betroffener Ökosysteme und Arten.
Wesentlich dabei sind die verstärkte Einbindung in räumlich übergeordnete und sektorübergreifende Zusammenhänge sowie eine hohe Flexibilität und Lernfähigkeit.

Maßnahmenblätter für

Regionalplanung

Maßnahmenblatt 5.1.1 Vulnerabilitätsanalysen unter Berücksichtigung naturschutzfachlich relevanter Aspekte erstellen bzw. planerisch umsetzen und für Entscheidungsprozesse nutzen

Maßnahmenblatt 5.5.2 Entwicklungsflächen und Trittsteine bereitstellen, entwickeln und in den Biotopverbund einbeziehen

Regional- und Fachplanung

Maßnahmenblatt 5.3.2 Die Voraussetzungen für eine wasserabhängige Ökosysteme nicht beeinträchtigende Nutzung der Grundwasserressourcen schaffen

Maßnahmenblatt 5.4.1 Klimasensitive Ökosysteme mit hoher Bedeutung für den Naturschutz als CO2-Senke schützen und ihre Klimaschutzfunktion ausbauen

Maßnahmenblatt 5.4.2 Klimaanpassung empfindlicher Arten und Lebensraumtypen des Waldes fördern und mit sonstigen positiven Waldfunktionen kombinieren

Fachbehörden

Maßnahmenblatt 5.1.2 Klimawandel-angepasste Managementpläne für Schutzgebiete erstellen bzw. fortschreiben und zum Schutz von empfindlichen FFH-Lebensräumen und -Arten umsetzen

Maßnahmenblatt 5.2.1 Voraussichtlich besonders betroffene grundwasserabhängige Ökosysteme gezielt stabilisieren

Maßnahmenblatt 5.2.2 Die Anwendung von Nutzungsalternativen für wiedervernässte Flächen und die Moor–Revitalisierung fördern

Maßnahmenblatt 5.3.1 Stoffeinträge in wasserabhängige Ökosysteme durch Maßnahmen zum Erosionsschutz vermindern

Maßnahmenblatt 5.3.3 Schutzgebiete um „Pufferzonen“ erweitern

Maßnahmenblatt 5.3.4 Innerhalb von FFH-Gebieten wertvolle Bestandteile gegenüber negativen Randeinflüssen abpuffern

Maßnahmenblatt 5.5.4 Die Umsetzung des großräumigen Biotopverbundes auf lokaler Ebene fördern

Landes-, Regional- und Kommunalplanung

Maßnahmenblatt 5.5.1 Identifizierte Kernflächen des Biotopverbundes als Basis für eine Gebietskulisse für die Unterstützung klimawandelbedingt notwendiger Ausweichbewegungen planerisch berücksichtigen und entwickeln

Maßnahmenblatt 5.6.3 Habitat-Fragmentierung bzw. Flächenverbrauch gezielt vermindern

Stadtplanung

Maßnahmenblatt 5.5.5 Urbane Räume in den Biotopverbund mit einbeziehen

Landwirtschafts- und Naturschutzbehörden

Maßnahmenblatt 5.6.1 Agrarstrukturelle Vielfalt räumlich gezielt erhöhen

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